Kalium (K)
Natürliches Vorkommen:
Obst und Gemüse, Kakao und Schokolade, Fruchtsäfte, Fleisch, Fisch
Bedeutung im Stoffwechsel:
wichtiges Mineral, intrazellulär
wichtig für viele Enzyme, sowie für normale Funktion von Herz und Kreislauf
Empfohlene Zufuhr pro Tag:
2 - 3 g
Tatsächliche Zufuhr pro Tag:
1,5 - 5,0 g
Kalium (K)
Aufgaben und Funktionen
Kalium befindet sich - im Gegensatz zu Natrium - vorwiegend in den Zellen (intrazellulär) in sehr hoher Konzentration, während im Blut die Konzentration niedrig ist! In den Zellen (intrazellulär) ist der Kaliumgehalt ca. 30fach höher als außerhalb der Zellen. Der Gesamtbestand an Kalium beträgt ca. 150 g. Kalium nimmt dementsprechend eine zentrale Stellung im Stoffwechsel der Zelle ein, insbesondere beim Aufbau von energieliefernden Phosphorverbindungen und bei der Funktion von Muskel- und Nervenzellen. Wie bei Natrium wird auch der Kaliumhaushalt durch die Niere geregelt. Überschüssiges Kalium wird von einer gesunden Niere (nicht bei Niereninsuffizienz) problemlos über den Urin ausgeschieden. Beim Vorliegen einer gesunden Niere kann es daher praktisch nicht zu einer Überladung mit Kalium kommen. Im Gegensatz zu Natrium kann jedoch bei einer unzureichenden Zufuhr die Niere das Kalium nur unvollständig zurückhalten. Daher scheidet der Mensch auch bei schwerem Kaliummangel noch immer beträchtliche Mengen an Kalium aus! Eine vollständige Anpassung an einen Kaliummangel ist daher nicht möglich.
Vorkommen In Nahrungsmitteln
Die wichtigsten Kaliumquellen in der Nahrung sind Obst und Gemüse sowie Fruchtsäfte (Bananen und Aprikosen haben den höchsten Gehalt an Kalium). Aber auch fast alle anderen Lebensmittel enthalten Kalium.
Hinweis: Beim Kochen von Gemüse geht ein wesentlicher Teil des enthaltenen Kaliums in das Kochwasser über. Bei Durchführung einer kaliumreichen Ernährung sollte entweder das Kochwasser mitverwendet oder das Gemüse nur gedünstet werden.
Bedarf und Bedarfsdeckung
Die Nahrung des Urmenschen war relativ reich an Kalium. Der heutige tägliche Mindestbedarf an Kalium dürfte bei ca. 0,5 g (500 mg)/Tag liegen. Eine günstige Zufuhrmenge ist ca. 2-3 g/Tag. Diese Menge wird gewöhnlich ohne Probleme erreicht.
Mit einer normalen Kost wird der tägliche Kaliumbedarf problemlos gedeckt, falls keine besonderen Umstände (siehe Mangelerscheinungen) vorliegen.
Mangelerscheinungen
Ein Kaliummangel kann vor allem auftreten bei:
- • Übermäßigem Schwitzen ohne Aufnahme von Kalium (z.B. Ausdauersportler, Bergsteiger). Achtung: Gleichzeitige Natriumverluste.
- • Länger andauerndem Durchfall. Dabei wird Kalium über den Stuhl verloren. Achtung: Gleichzeitige Natriumverluste.
- • Häufigem Erbrechen (Verlust von Kalium durch Magensaft) bei gleichzeitiger geringer Zufuhr. Achtung: Gleichzeitige Natriumverluste.
- • Mißbrauch von Abführmitteln. Dies ist einer der häufigsten Gründe von chronischem Kaliummangel. Achtung: Evtl. gleichzeitige Natriumverluste.
- • Diuretika (wasserausschwemmende Arzneimittel).
In allen oben genannten Fällen muß an die Möglichkeit des Auftretens eines Kaliummangels gedacht werden. Wegen seiner zentralen Stellung im Stoffwechsel der Muskel- und Nervenzellen äußert sich ein Mangel neben allgemeiner Apathie und Erschöpfung in Form von Muskelkrämpfen und Muskelschwäche, vor allem aber am Herzen in Form von Rhythmusstörungen und EKG-Veränderungen. Bei einem erniedrigten Serum-Kalium-Spiegel (von unter 3,6 mval/l) liegt auf jeden Fall ein Kaliummangel vor.
Anwendungen
Patienten mit Bluthochdruck profitieren von einer höheren Kaliumzufuhr. Eine höhere Kaliumzufuhr senkt einen erhöhten Blutdruck. Daher sollten Hypertoniker sich auf jeden Fall kaliumreich ernähren, entsprechend den Ernährungsregeln (mehr Obst und Gemüse) der orthomolekularen Medizin. Bei Erbrechen und/oder Durchfällen kommt es neben dem Kaliumverlust auch zu Verlusten weiterer Mineralien, insbesondere Natrium. Zum Ersatz solcher Verluste werden spezielle Mineralgetränke verabreicht.
Nebenwirkungen einer zu hohen Zufuhr
Bei einer gesunden Niere kann es praktisch nicht zu einer zu hohen Zufuhr kommen, da die Niere das überschüssige Kalium problemlos über den Urin ausscheiden kann. Bei Niereninsuffizienz (Funktionseinschränkung der Nieren) ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Es kommt leicht zu einem evtl. gefährlich hohem Kaliumspiegel im Blut. Hier sollte immer der möglichst spezialisierte Arzt (Nephrologe) eingeschaltet werden.
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