Magnesium (Mg)
Natürliches Vorkommen:
Milch-, Getreide-, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kakao und Schokolade
Bedeutung im Stoffwechsel:
wichtiges Mineral, intrazellulär
bedeutend für normale Herz- und Muskelfunktionen
Empfohlene Zufuhr pro Tag:
0,3 - 0,4 g
Tatsächliche Zufuhr pro Tag:
0,15 - 0,55 g (tendenziell zu niedrig)
Magnesium (Mg)
Aufgaben und Funktionen
Aus der Sicht der orthomolekularen Medizin ist Magnesium der wichtigste Mineralstoff. Der Grund dafür ist, daß bei Magnesium von allen Mineralien am leichtesten eine zumindest relative Unterversorgung auftritt und daher die Ergänzung der Ernährung mit Magnesium häufig günstige Auswirkungen hat, insbesondere bei Herzerkrankungen, aber auch bei Muskelschmerzen sowie Nervosität und Depressionen. Neben Kalium ist Magnesium der häufigste Mi- neralstoff in der Zelle. Es ist für die Aktivierung von ca. 300 Enzymen wichtig. Es ist maßgeblich am Aufbau der körpereigenen Eiweiße und auch an der Zellteilung beteiligt. Besonders wichtig ist Magnesium auch für die Funktion der Muskeln und Nervenzellen. Davon rührt letztlich seine Bedeutung für das Herz, die Muskeln und das Nervensystem (Nervosität, Depressionen) her. Der Gesamtbestand des Körpers an Magnesium beträgt nur ca. 25 g, also weit weniger als der Bestand an den sonstigen Mineralien. Ca. 60% des Magnesiums befindet sich dabei im Knochen. Daraus kann es jedoch sehr schnell freigesetzt werden, so daß bei einem normalen Gehalt an Magnesium im Knochen bei einem Mangel an Magnesium in Zelle oder Blut sehr schnell Magnesium mobilisiert wird. Die restlichen 40% des Magnesiums befinden sich vor allem in den Herz- und Skelettmuskeln sowie in der Leber. Nur ca. 1 % ist in den Körperflüssigkeiten (z.B. Blut) gelöst.
Die Konzentration von Magnesium in den Zellen ist ca. 13fach höher als z.B. im Blutplasma. Wie der Kalium- wird auch der Magnesiumhaushalt vorwiegend durch die Niere reguliert. Bei einem Magnesiummangel vermindert die Niere die Ausscheidung von Magnesium, allerdings nicht bis auf Null.
Vorkommen In Nahrungsmitteln
Magnesiumreiche Nahrungsmittel sind vor allem Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Salat und Gemüse, Nüsse und Milch. Da durch die starke Düngung mit Kalium viele Böden an Magnesium verarmt sind, enthalten viele pflanzliche Lebensmittel inzwischen auch weniger Magnesium. Zudem geht beim Kochen von Lebensmitteln Magnesium in das Kochwasser verloren.
Bedarf und Bedarfsdeckung
Nach den Empfehlungen verschiedener Ernährungsgesellschaften beträgt der tägliche Bedarf an Magnesium ca. 300-400 mg (0,3 g - 0,4 g), wobei als Mindestzufuhr 200 mg angesehen werden. Bei diesen Empfehlungen wird jedoch ein eventueller Mehrbedarf, z.B. infolge von Arzneimitteln, Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Streß, nicht berücksichtigt. Daher werden teilweise Magnesiumgaben bis zu 700 mg/Tag empfohlen. Die tatsächliche Zufuhr beträgt in Deutschland im Mittel ca. 300 mg und schwankt zwischen 150 und 550 mg. Daraus ergibt sich, daß Millionen Menschen nur knapp oder sogar mangelhaft mit Magnesium versorgt sind. Als normale Magnesiumspiegel im Blut (-Serum) werden 0,8 - 1,1 mmol/l angesehen. Bei einer Routineuntersuchung an 1033 Patienten (kein Verdacht auf Magnesiummangel!) wurde festgestellt, daß ca. 45% (!!) nach dieser Definition einen zu niedrigen Magnesiumspiegel hatten.
Mangelerscheinungen
Bei schwerem Magnesiummangel kommt es zu Muskelkrämpfen bis zur Tetanie (Übererregbarkeit der Muskeln). Schwere Mangelzustände können z.B. auftreten bei chronischem Durchfall und Erbrechen. Besonders gefährdet sind dabei Alkoholiker, da Alkohol die Magnesiumausscheidung fördert. Bei Verwendung von Diuretika (harnsteigernde Arzneimittel) muß auch an einen dadurch ausgelösten Magnesiummangel (neben Kaliummangel) gedacht werden. Weit häufiger ist jedoch latenter (verborgener, nicht gleich sichtbarer) Magnesiummangel. Ein solcher Mangel spielt eine wichtige Rolle vor allem bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Muskelschwäche, Leistungsminderung, Nervosität und Depressionen.
Anwendungen
Herzerkrankungen
Die zusätzliche Gabe von Magnesium bei Herzerkrankungen - vor 20 Jahren häufig noch als unsinnig abgelehnt - ist heute eine Standardbehandlung der Schulmedizin. Magnesium besitzt eine Schlüsselrolle für die normale Funktion von Herz und Kreislauf. Das Herz weist unter allen Organen den höchsten Gehalt an Magnesium auf. Daraus wird verständlich, welche schädlichen Auswirkungen ein Magnesiummangel für das Herz-Kreislauf-System haben kann. Bei praktisch allen chronischen Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen, Arteriosklerose, Angina pectoris nach Herzinfarkt) ist es sinnvoll, zusätzlich Magnesium zu verabreichen. Dadurch kann ein normaler Blutspiegel an Magnesium sichergestellt werden. Dabei wirkt Magnesium als natürlicher Kalziumantagonist. Besonders wichtig ist Magnesium bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
Wichtig ist generell eine ausreichend hohe Dosierung und eine ausreichend lange Behandlungsdauer, um die Magnesiumspeicher optimal aufzufüllen. Bei bestehenden Herzerkrankungen werden optimale therapeutische Wirkungen meist mit Dosierungen von ca. 200-400 mg Magnesium/Tag erreicht. Die zusätzliche Gabe von Magnesium führt außerdem in vielen Fällen zu einer Wirkungsverbesserung von anderen Herzmedikamenten, da mit der Beseitigung eines Magnesiummangels die Wirkung des Arzneimittels erst voll in Erscheinung tritt.
Bluthochdruck (Hypertonie)
Hypertoniker weisen häufig erniedrigte Magnesiumspiegel auf. Die Gabe von Magnesium (Dosierung meist 100-200 mg/Tag) senkt den Blutdruck. Magnesium sollte daher - zumindest zusätzlich - bei der Behandlung von Hochdruck eingesetzt werden. Auch hier ist eine Langzeitbehandlung wichtig.
Muskelkrämpfe
Bei Auftreten von Muskelkrämpfen (häufig auch nachts in den Wadenmuskeln) muß immer an die Möglichkeit eines Magnesiummangels (neben dem Mangel an Kalium bzw. Kalzium) gedacht werden. Vor allem starkes Schwitzen (z.B. beim Sport) kann zu Magnesiummangel führen.
Psychische Störungen (Nervosität, Depressionen)
Magnesium gilt allgemein als das Streß-Mineral. Hoher Streß führt zu einem erhöhten Magnesiumbedarf, der häufig über die Ernährung nicht ausreichend gedeckt werden kann. Dieser Mangel kann zu nervösen Erscheinungen bis zu Depressionen führen. Auch in solchen Fällen sollte zusätzlich Magnesium gegeben werden.
Nebenwirkungen einer zu hohen Zufuhr
Wie bei Kalium kann es auch bei Magnesium beim Vorliegen einer gesunden Niere praktisch nicht zu einer zu hohen Zufuhr kommen, da die Niere überschüssiges Magnesium über den Urin ausscheidet. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz) kann es zu überhöhten Magnesiumspiegeln kommen. (Bei Niereninsuffizienz immer Arzt einschalten.) Bei höheren Dosierungen können weiche Stühle auftreten. Sie sind unbedenklich. Beim Auftreten störender Durchfälle kann man die Dosis vermindern. Starke Müdigkeitserscheinungen weisen unter Umständen darauf hin, daß ein überhöhter Magnesiumspiegel vorliegen kann.
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